Namibia we did it again

Vom 22.10. bis zum 16.11.2018 ging es wieder nach Namibia. Nachdem wir letztes Jahr von Lodge zu Lodge gefahren sind und alles vorgebucht hatten, geht es dieses Jahr mit einem Camper und nur wenigen Vorbuchungen quer durch das uns mittlerweile vertraute Namibia.

Nach einem Direktflug mit Eurowings kommen wir etwas übermüdet in Windhoek an und werden erstaunlicherweise mit Regen begrüßt. Das Chaos bei der Einreise kennen wir schon vom letzten Jahr und bleiben daher relativ gelassen. Nach 60 min haben wir die ganze Prozedur überstanden.

Der Shuttle vom Flughafen zur Autovermietung mitten in Windhoek klappt gut und nach Übernahme des Fahrzeuges inkl. Einweisung kann unser Urlaub beginnen. In einem nahgelegenen Supermarkt versorgen wir uns mit der notwendigen Grundausstattung und machen uns auf in unser erstes Camp ‚Daan Viljoen Park‘ etwas außerhalb von Windhoek.

Etosha Nationalpark

Nach unserer ersten Nacht im Dachzelt machen wir uns auf den Weg zum Etosha Park. Zuvor wollen wir uns noch eine Telefonkarte mit Datenvolumen besorgen und schauen in Windhoek noch bei CYMOT, dem Outdoor-Spezialisten unseres Vertrauens vorbei und erweitern unser Camping-Equipment.

Von Windhoek aus geht es auf der B1 in Richtung Etosha. Auf halber Strecke bremst uns eine Vollsperrung wegen Sprengarbeiten direkt neben der Autobahn aus und unser Zeitpolster schwindet zusehends. Pünktlich um 17:59 erreichen wir das Lindquist-Gate zum Park und können noch weiter zum Namutoni-Camp fahren, wo wir die Nacht verbringen. Frisch ausgeruht und gestärkt machen wir uns auf zu unserer ersten Beobachtungsfahrt. Am ersten Wasserloch ist nicht so viel los und es geht relativ schnell weiter. Unter einem Baum erspähen wir einen Löwen mit erlegter Giraffe. Zusammen mit uns beobachten 3 Giraffen aus sicherer Entfernung den Löwen.

Auf der Weiterfahrt zum Okaukuejo-Camp sehen wir neben Herden von Zebras, Gnus, Antilopen, als Höhepunkt zwei Geparden unter einem Baum.

Im Camp angekommen machen wir uns direkt auf zum Wasserloch. Hier sehen wir die ersten Elefanten. Leider hält das Wetter nicht, was es versprochen hat. Gegen Abend beginnt es zu regnen und von den Temperaturen her wird es merklich kühler. Am nächsten Tag geht es auf weitere Beobachtungsfahren rund um das Camp. Gegen Mittag werden wir von anderen Besuchern auf eine Gruppe von Löwen unter einem Baum aufmerksam gemacht.

Nach einem Picknick in einem abgesperrten Bereich springt unser Auto nicht mehr an und wir müssen uns selbst Starthilfe (mit 2 Batterien an Bord, überhaupt kein Problem 😊) geben. An verschiedenen Wasserlöchern vorbei geht es zurück ins Camp. Im Camp angekommen streikt unser Auto wieder und der Pannendienst muss das erste Mal anrücken. Den Rest vom Tag verbringen wir im Camp. Am Abend werfen wir zum ersten Mal den Grill an, von jetzt an sind wir im Grill-Modus.

Am Folgetag geht es weiter in den für uns unbekannten „privaten“ Teil des Etosha-Parks. Unsere Anlaufstelle für die letzte Nacht im Park ist das Olifantrus-Camp. Am Wasserloch leistet uns ein Elefant Gesellschaft. Er lässt sich von uns jedoch nicht stören und „spielt“ im Wasser.

In der Dunkelheit kommt noch ein Nashorn am Wasserloch vorbei. Leider kann man es nur schwer erkennen und beobachten. Am nächsten Tag verlassen wir den Etosha-Park und die Fahrt führt uns weiter in Richtung Kunene-River. Am Galton-Gate müssen wir einen ungeplanten Grill-Stopp einlegen und unser ursprünglich für das Abendessen gedachte Fleisch grillen, da rohes Fleisch (auch eingeschweißt) das Camp aus Sicherheitsgründen nicht verlassen darf.

Kunene-River

Der Kunene ist ein ca. 1200 km langer ganzjährig Wasser führender Grenzfluss zwischen Namibia und Angola. Für uns beginnt jetzt der ungeplante Teil unseres Urlaubs. Die Camps im Etosha und das erste Camp bei Windhoeck hatten wir noch vorgebucht. Jetzt müssen wir tagsüber während der Fahrt unsere nächste Übernachtungen planen. Je näher wir an den Kunene kommen, desto schlimmer werden die Straßen. Das Omunjandi Restcamp bei Ruacana haben wir ganz alleine für uns. Bei einem Gin-Tonic in der Hand beobachten wir einen schönen Sonnenuntergang am Flußufer.

Durch Schlaglöcher und Wasserdurchfahrten geht es weiter zu unserm nächsten Camp, dem Kunene River Lodge Camp. Hier verbringen wir den Nachmittag am Pool, am Abend folgt noch eine Sundowner-Bootstour auf dem Kunene. Hier sehen wir Krokodile beim „sonnenbaden“. Die unberührte Natur im Himbaland fasziniert uns und wir genießen die Ruhe auf dem Fluß.

An Himba-Dörfern vorbei geht es am nächsten Tag weiter zu unserem letzten Camp am Kunene, dem Epupa Falls Lodge Camp. Weil wir relativ früh ankommen haben wir freie Platzwahl und suchen uns einen Stellplatz direkt am Fluss aus. Gegen Mittag kommt etwas mehr Wind auf. Um nicht von Palmwedeln oder Palmnüssen erschlagen zu werden, parken wir unser Auto um. Vor Sonnenuntergang machen wir noch eine kleine Wanderung und können im Sonnenuntergang einen atemberaubenden Blick über das Fluss-Delta genießen.

Wir wollen endlich das Meer sehen

Vom Kunene aus geht es endlich Richtung Meer. Nach einer Übernachtung auf halber Strecke im Khowarib Camp erreichen wir am nächsten Tag die Skeleton Coast und fahren bis ans nördliche Ende. In Terrace Bay gibt es leider keinen Campingplatz und wir nehmen für eine Nacht ein kleines Ferienhaus in erste Reihe mit Blick aus Meer. Die erste Nacht in einem normalen Bett. Den restlichen Tag verbringen wir zum größten Teil am Strand.

Am nächsten Tag geht es entlang der Skeleton Coast mit seinen vielen Schiffswracks weiter in Richtung Swakopmund.

Am Cape Cross statten wir der Seehundkolonie noch einen Besuch ab und werden von hunderten von Seehunden erwartet. Es ist bewundernswert, wie sich Seehunde untereinander verständigen. Mit einer Übernachtung in Henties Bay in der Buck’s Camping Lodge machen wir kurz vor Swakopmund noch einen Zwischenstopp.

Am nächsten Morgen geht es auf direktem Wege nach Swakopmund. Im Camp „Alte Brücke“ beziehen wir ein Ferienhaus, da direkt am Meer ein starker Wind geht  und für das Wochenende auch Regen angesagt ist. Wir laufen am Strand entlang und lassen uns den Wind um die Nasse wehen. Um den Sonnenuntergang zu beobachten, ist die Tiger Reef Bar der beste Spot. Mit einem kühlen Bier in der Hand sitzen wir draußen auf dem Holzsteg und genießen den Sonnenuntergang am Meer. Sobald die Sonne am Horizont verschwunden ist, wechseln wir nach drinnen an einen Fensterplatz und lassen bei Burger, Fisch, Bier und Wein den ersten Abend am Meer ausklingen.

Am nächsten Tag steht zuerst ein Besuch im Dunlop Reifencenter an, da einer unserer Reifen die Luft nicht hält. Danach erkunden wir Swakopmund und genießen einen weiteren Tag am Strand. Am Nachmittag erholen wir uns auf der Terrasse unserer Ferienhauses. Zum Sonnenuntergang geht es ans Jetty zum Abendessen.

Von Swakopmund aus geht die Fahrt weiter in Richtung Walvis Bay. Hier beziehen wir Quartier im Lagoon Chalets & Caravan Park und fahren zum Lunch an den Hafen. Am Nachmittag geht es in Richtung der Sanddünen und Salzfelder. An das Abendteuer „Fahren im Sand“ wagen wir uns noch nicht so ganz. Am Abend besuchen wir Melanie und ihre Familie im Spot-On Shopping Centre und lassen uns mit Wein und Antipasti auf namibianische Art verwöhnen.

Am nächsten Tag steht nachmittags die Dünentour in Richtung Sandwich Harbour an. Die Dünenlandschaft und die Fahrt am Strand entlang beeindruckt uns jedes Mal aufs neue. Bei unserem Picknick besucht uns ein kleiner Schakal und wird von uns mit Wurst und Brot gefüttert. Kurt, unser Fahrer auf der Sandwich Harbour-Tour gibt uns zum Abschluß noch eine kleine Einführung in das richtige Fahren in den Sanddünen. Eine Achterbahnfahrt macht nur halb so viel Spaß. Am Abend sind wir nochmals mit Melanie und Servas im „The Raft“ zum Essen verabredet. Bevor es am nächsten Tag weiter in Richtung Süden geht, füllen wir im Supermarkt noch unsere Vorräte auf.

Wer bremst verliert

Über enge und kurvige Pässe geht es auf schlechten Straßen weiter in Richtung Zebra Naukluft Park. Bei einem Fotostop in Solitäre merken wir, dass unser Auto nicht mehr richtig bremst. Wir halten am Straßenrand an und entdecken, daß unsere Bremsleitung gebrochen und dadurch der Bremskreislauf unterbrochen ist. Von jetzt an heißt es vorausschauend zu fahren. Die letzten 40 km ohne Bremse sind kein Spaß mehr und wir sind froh, daß wir das Mountain Zebra Park Restcamp erreichen. Für uns heißt es nun warten bis ein Ersatzfahrzeug aus Windhoek kommt. Während sich der Mechaniker mit dem alten Camper und genügend Vorräten an Bremsflüssigkeit wieder auf den Rückweg macht, hängen wir noch eine Nacht im Camp an. Mit einer Wanderung zu einem See, den wir leider nicht finden können, beenden wir den Tag und fahren am nächsten Tag weiter.

Der größte Sandspielplatz der Welt

Mit neuem Auto geht es am nächsten Tag weiter nach Sossusvlei zu den höchsten Sanddünen der Welt. Wir wollen unbedingt im Sesriem Camp übernachten. Obwohl das Camp ziemlich ausgebucht ist, bekommen wir noch einen Platz. Am späteren Nachmittag fahren wir in Richtung der Dünen und wollen uns dort den Sonnenuntergang anschauen. Insbesondere bei auf- oder untergehender Sonne strahlen die riesigen roten Dünen und ihre messerscharfen Schatten eine fast magische Aura aus. Der Weg durch den Sand auf den hohen Dünenkamm ist sehr beschwerlich und wir brechen auf halber Strecke ab. Wir packen unsere Campingstühle aus und schauen uns den Sonnenuntergang von unten aus an.

Im Sonnenaufgang geht es in Richtung Sossusvlei. Dort besteigen wir eine Düne. Wir wandern auf dem Kamm entlang zurück zu unserem Auto und fahren weiter zum Deadvlei. Die Kombination aus dem weißen getrockneten Flussbett, den umgebenden roten Dünen, den bizarren abgestorbenen Akazien und dem tiefblauen Himmel sucht seinesgleichen und verbreitet eine ganz besondere Stimmung. Nach der Tour ins Deadvlei halten wir ein verspätetes Frühstück ab. Bei 45 Grad ist ein Aufenthalt in der Sossuvlei kaum auszuhalten, deshalb machen wir uns auf den Weg zurück ins Camp.

Zurück durch Flora und Fauna

Die letzten Tage unseres Trips durch Namibia führen uns noch durch die Kalahari zurück in Richtung Windhoek. In kurzen Tagesetappen geht es von Campsite zu Campsite. Bei unserer ersten Station, dem Kalahari Farmhouse Camp verspricht der Reiseführer noch die Möglichkeit einer Sundowner-Tour durch die Savanne. Leider wird diese Tour nicht mehr angeboten. In unserem zweiten Camp, dem Kalahari Anib Lodge Camp können wir die gestrige ausgefallene Sundowner-Tour nachholen. Bis zum Start der Tour am späten Nachmittag relaxen wir am Pool. Bei der Tour sehen wir zum Abschluß noch eine Herde Giraffen im letzten Sonnenlicht. Bei einem letzten Gin-Tonic stoßen Carola und ich auf unvergessliche Tage und einen wunderschönen Urlaub an. Im Dunkeln geht es wieder zurück ins Camp.

Am nächsten Morgen brechen wir relativ früh auf und fahren die letzten 250 km auf geteerten Straßen an Marienthal vorbei zurück nach Windhoek. Dieses Mal haben wir uns für das Utopia-Boutique-Hotel im Zentrum entschieden und lassen den letzten Abend im Joe’s Beerhouse ausklingen, bevor wir am nächsten Tag unseren Camper abgeben und den Rückflug nach Deutschland antreten.

Insgesamt waren es schöne 25 Tage in einem tollen Land und wir kommen wieder zurück!

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